Unsere Geschichte

Geschichte der Feuerwehr Vockerode


 

Ein kurzer Abriss der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Vockerode von 1913 bis 1998  Am 13. März des Jahres 1998 besteht die Freiwillige Feuerwehr des Ortes Vockerode genau 85 Jahre. Mehr als 40 Kameradinnen und Kameraden setzen sich in dieser Wehr aktiv für den Schutz von Leben, Gesundheit und Sachwerten ein. Für die notwendig werdenden Einsätze bei Brandbekämpfung und Hilfeleistung steht ein großer Park am Fahrzeugen und Technik zur Verfügung. Die Ergebnisse der Einsätze und auch die Leistungen der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bei Wettkämpfen und Leistungsvergleichen können sich im Wirkungsbereich und darüber hinaus sehen lassen. Doch ehe wir heute diese positive Bilanz ziehen können, ist in der Entwicklung viel geschehen. Bis am 13. März 1913 in Vockerode eine Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde, wurde der Brandschutz von einer so genannten Pflichtfeuerwehr gewährleistet. Diese Aufgaben hatte der Turnverein Vockerode zugeteilt bekommen. Die Gründung im März 1913 ging auch nicht ohne Widerstand des Gemeinderates vor sich. Dieser hatte zwar die Einsicht, dass die Gründung einer Freiwilligen Wehr notwendig war, doch sah er Probleme für deren Finanzierung. Die Kommandanten der Wehr waren der Ortschulze und der Schmied. Für den vorbeugenden Brandschutz hatte der Nachtwächter zu sorgen. Er machte seine Runden durch das Dorf, kontrollierte dabei auch den Brandschutz. Die Brandbekämpfung zur damaligen Zeit erfolgte mittels Eimerkette und einer Handdruckspritze mit Handzug und Pferdebespannung. Als Unterkunft für die Handdruckspritze und die sonstige Ausrüstung stand am Westgiebel des Schildhauer'schen Gehöftes eine Remise und ein Leiterschuppen zur Verfügung.



Die erste Unterkunft der Wehr   Zum Vorspannen und zur Wasserversorgung wurden die Pferdehalter des Ortes verpflichtet. Dies konnten auch Nichtmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sein. 

    Die Gründer der Feuerwehr waren:
    Karl Kohlberg
    Hermann Rathmann
    Ernst Rathmann

  Karl Kohlberg war auch der erste Wehrleiter. Auf seinem Hof erwarben sich die Mitglieder der Wehr die ersten Fähigkeiten zur Brandbekämpfung. Später diente der Dorfplatz als Übungsplatz. 

    Feuerwehrmitglieder aus der Gründerzeit waren:
Otto Heese
Richard Leps
Franz Bebber
Paul Leps
Otto Backe
Friedrich Richter
Erich Schildhauer
Erich Käsebier (Hornist)
Franz Käsebier
Leberecht Käsebier
Franz Rathmann
Willi Karnagel
Otto Rathmann
Franz Schildhauer
Otto Karl
Friedrich Rathmann
Gustav Gruneberg
Luis Breitmann
Friedrich Spieler
Franz Richter
Franz Heese
Friedrich Mundo
Hermann Schildhauer
Ernst Schildhauer
Max Woche
Franz Lippert
Franz Streiber
Franz Droebes
Ernst Leps
Willi Schwarzkopf
Heinrich Woche

Die Begründer und Mitglieder der Wehr waren zumeist Bauern. Handwerker kamen erst nach dem ersten Weltkrieg hinzu. Durch Zugang überwiegend der eigenen Söhne blieb der Personalbestand der Freiwilligen Feuerwehr mit ca. 25 Kameraden bis in die 30er Jahre stabil. Im Jahre 1938 fand in Vockerode ein Kreisverbandstag der Feuerwehren statt. Vorgeführt wurde unter anderem ein Schaumlöschangriff. Für die damalige Zeit ein besonderes Ereignis. Es wurden damit völlig neue Techniken für die Brandbekämpfung gezeigt. Die Alarmauslösung erfolgte bis ca. 1940 durch so genannte Hornisten. Dies waren Feuerwehrmänner, die bei Brandmeldung das Horn bliesen. Sobald der Alarm ausgelöst wurde, hatten Bauern entsprechend eines vorhandenen Planes Wasser für die Brandbekämpfung bereitzuhalten. Nach dem Jahre 1940 wurden Sirenen installiert. In den ersten Jahren des Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte die Löschwasserversorgung aus offenen Brunnen und den damals vorhandenen Teichen, die an bestimmten Stellen dazu vertieft waren. Etwa Mitte der 30er Jahre wurden erste Feuerlöschbrunnen mit Brunnenköpfen für den Schlauchanschluss geschaffen. Der erste entstand in der Bäckergasse. Im Jahre 1939 erhielt die Feuerwehr eine Tragkraftspritze TS 8 mit Anhänger Typ Bräunert.



1940 kam ein Löschfahrzeug LF 8 hinzu. Dieses ist leider nach dem Kriegsende abhanden gekommen. In den Jahren 1938 - 39 wurde auf dem Dorfplatz ein Spritzenhaus errichtet. Dort fand die Freiwillige Feuerwehr ihre Unterkunft für die nächsten Jahre.



1928 bei Richard Leps  Wohnhaus
  bei Franz Wagner Wohnhaus
1932/33 bei Willi Schwarzkopf (i.W.) Wohnhaus
  bei Hermann Rathmann (i.W.) Wohnhaus
1943 bei Otto Rathmann (i.W.) Scheune
  bei Friedrich Richter Feldscheune
  Forst Kapen  Heuscheune
1945   Gasthof Sieglitzer Berg
  i.W. = Im Winkel  



In den Kriegsjahren gab es einen Brand im Kraftwerk Vockerode auf dem Hochbunker am Förderband und der Flakstellung. Neben der Kraftwerksfeuerwehr und der Berufsfeuerwehr aus Dessau kam auch die Freiwillige Feuerwehr des Ortes zum Einsatz. Nach dem Ende des II Weltkrieges erfolgte 1945 eine Neuformierung der Feuerwehr. Mit dem Brandmeister Heinrich Günther, einem erfahrenen Kameraden, den Kameraden Ernst Leps, Willi Karnagel und Richard Breitmann bildete sich die Leitung. Viele jüngere Leute verschiedenster Berufe kamen hinzu. Dank der Tatsache, dass die Ausrüstung weitestgehend erhalten blieb, konnte sehr bald eine gute Ausbildung stattfinden. Wehrleiter wurde Heinrich Günther, der vorher im Kraftwerk Vockerode für den Brandschutz verantwortlich war.



Der Gerätepark  wurde im Jahr 1945 durch eine Tragkraftspritze TS 8 vom Typ Magirus erweitert. Ab dem Jahr 1948 wurden die Tragkraftspritzenanhänger von einem Opel-Kombi gezogen, der dem Feuerwehrmann Alexander Jähnicke


gehörte, später jedoch wieder durch Pferdevorspann ersetzt.    Eine weitere Erneuerung der Ausrüstung erfolgte im Jahre 1953. Damit wurde die alte Technik abgelöst. Es kam eine Tragkraftspritze TS 8 mit Anhänger vom Typ Jöhstadt hinzu; das Schlauchmaterial wurde erneuert und die Feuerwehrmänner erhielten neue Uniformen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Tragkraftspritzen von den Feuerwehrmännern per Hand fortbewegt. Jahre später wurden Vorspannleistungen mittels LKW oder Multicar durch das Kraftwerk Vockerode, die Gewächshausanlage bzw. die Binnenfischer durchgeführt.      Der Gerätepark  wurde im Jahr 1945 durch eine Tragkraftspritze TS 8 vom Typ Magirus erweitert. Ab dem Jahr 1948 wurden die Tragkraftspritzenanhänger von einem Opel-Kombi gezogen, der dem Feuerwehrmann Alexander Jähnicke gehörte, später jedoch wieder durch Pferdevorspann ersetzt.    In den 50er Jahren waren folgende Brände zu löschen:




- bei Heinrich Woche, Hauptstraße        - Scheune
- bei Reinhold Kohlberg, Hauptstraße        - Kellerbrand
- bei Willi Hülsmann, Hauptstraße        - Scheune
- neben der neuen Schule            - Baubude
- bei Heinz Bringezu, Im Winkel            - Waschküche
- die alte Eiche am Nelsonhügel,
- die bis zum Jahre 1792 als Richtstätte diente

Die Feier anlässlich des 40jährigen Bestehens wurde im Mai 1953 durchgeführt und war eine erfolgreiche Demonstration nicht nur für den Ort Vockerode. Ein großer Festumzug und die Vorführung von Feuerwehrübungen begleiteten dieses festliche Ereignis. Im Sommer 1954 hatte die Elbe ein großes Hochwasser. Weite Gebiete und Ländereien waren bis zu einem Meter überschwemmt. Die Freiwillige Feuerwehr war pausenlos im Einsatz. Im Januar 1963 sanken die Temperaturen bis auf Minus 30°C. Die Elbe war zugefroren. Dadurch drohte die Kühlwasserversorgung des Kraftwerkes auszufallen. Nur durch ein Anstauen der Elbe wurde der Weiterbetrieb des Kraftwerkes gesichert. Diese kritischen Tage für das Kraftwerk werden als Winterschlacht bezeichnet. Auch zu diesem Einsatz wurde die Freiwillige Feuerwehr des Ortes gerufen. Anlässlich des 50jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr am 13.03.1963 gibt der Rat der Gemeinde für die 3 Mitbegründer der Wehr Ernst Rathmann, Ernst Schildhauer und Ernst Leps einen Empfang. Die Freiwillige Feuerwehr wurde dreimal mit dem Titel "Vorbildliche Feuerwehr" geehrt. Ab dem Jahr 1966 traten erstmals Frauen der Freiwilligen Feuerwehr bei. Hier sind zu nennen:

    Lieselotte Jähnicke
    Hildegard Leps
    Gisela Leps
    Irene Pflug
    Elfriede Alisch

Auch in der Nachwuchsgewinnung wurde viel getan. An der Schule in Vockerode wurde eine Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer" gegründet. In den folgenden Jahren entwickelte sich Vockerode vor allem durch die im Ort ansässigen beiden Großbetriebe. Das Kraftwerk Vockerode mit dem neu gebauten Gasturbinenkraftwerk und das in den 70er Jahren entstandene Volkseigene Gut Gewächshausanlagen (VEG GWA) Vockerode. Durch die Größe dieser beiden Betriebe wurden innerbetriebliche Feuerwehren in beiden Einrichtungen geschaffen. Die Bedeutung und Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes Vockerode stagnierte wegen der eingeschränkten aufgaben, da von den "großen" Wehren der Betriebe, speziell der des Kraftwerkes viele Aufgaben im Territorium mit übernommen wurden. Erst mit Ende der 80er Jahre gewann die Ortswehr wieder an Bedeutung. Anlässlich der Gemeindeverbandsfestspiele des Gemeindeverbandes "Wörlitzer Winkel" errang die Freiwillige Feuerwehr Vockerode 1986 den 1. Platz im Löschangriff. Im Jahre 1980 konnte der Erweiterungsbau am Feuerwehrgerätehaus auf dem Dorfplatz mit Schulungsraum, Wirtschafts- und Sanitärtrakt in Besitz genommen werden. Viele Kameraden halfen beim Bau und schufen damit die Voraussetzung zur Verbesserung der Dienstgestaltung und sozialer Belange. Die Schulungen der Feuerwehr wurden damit unabhängig von Gaststätten (Räumlichkeitsfrage).



Im März 1983 begeht die Feuerwehr festlich das 70. Jahr ihrer Gründung.   1989 bestand die Wehr aus 14 Mitgliedern sowie 6 Kameraden in der Altersabteilung. 1990 wurde ein KLF (Kleinlöschfahrzeug) B 1000 mit Schlauchhaspel, ein STA (Schlauchtransportanhänger) mit 600 m B-Schläuche und ein Schlauchboot für 4 Personen gekauft. Diese Technik und Gerätschaften wurden aus dem Bestand der Werksfeuerwehr des sich in Liquidation befindlichen Betriebes "Gewächshausanlage Vockerode" käuflich erworben. Das KLF (B 1000) wurde Anfang des Jahres 1995 an die Freiwillige Feuerwehr Bergwitz verkauft. Im April 1993 wurde 15 mal komplette Einsatzbekleidung im Wert von ca. 10.000,- DM angeschafft. In diesem Jahr kaufte die Gemeinde für die Feuerwehr einen LF 8 (Löschfahrzeug 800 l) vom Typ "Mercedes". Dieses Fahrzeug, trotz seiner 24 Jahre, eröffnete der Ortsfeuerwehr vollkommen neue Einsatzmöglichkeiten. Es machte sich erforderlich, eine zweites größeres Fahrzeug zu beschaffen, da zu diesem Zeitpunkt die Wehr öfters zur Technischen Hilfeleistung gerufen wurde. Von der Nachbargemeinde Griesen wurde ein LO 1800 mit Plangestell abgekauft. Dieses Fahrzeug wurde von den Kameraden als Hilfsrüstwagen umgebaut und von der Armeefarbe "grün" auf "feuerwehrrot" umgespritzt. Im Zuge der Stilllegung des Dampfkraftwerkes Vockerode bekam die Gemeinde die Möglichkeit, die gesamte Technik und Ausrüstung der Betriebsfeuerwehr zu übernehmen. Im Juli 1995 erfolgte die feierliche Übernahme der Werksfeuerwehr und deren gesamten Gebäude einschließlich Technik. Die Technik bestand aus einem LF 16 (Löschfahrzeug) W50, einem TLF 16 (Tanklöschfahrzeug) W50, einem B1000 Krankentransportwagen, einer Anhängerleiter sowie 2 Einachsanhänger mit Schlauchboot und Stromerzeuger. Das Gebäude, welches aus vier Garagenteilen, je einem Schulungsraum, Mannschaftsraum, Wehrleiterzimmer und Sanitäranlagen bestand (der Gesamtkomplex war über 330 m² groß), löste das ausgediente Depot am Dorfplatz ab. Gleichzeitig wechselten viele Kameraden der Werksfeuerwehr zur Freiwilligen Feuerwehr des Ortes Vockerode.



Im September 1995 wurde wieder eine Jugendfeuerwehrmannschaft gegründet. 6 Jugendliche begeisterten sich für die Feuerwehrarbeit. Im August 1996 fanden sich vorerst 8 Frauen zusammen, um als Frauenfeuerwehr aktiv zu werden. Später erweiterte sich diese Gruppe auf 10 Frauen. Im Zuge der Erweiterung des Vockeroder Spannbetonwerkes machte sich der Abriss des derzeitigen Feuerwehrgebäudes erforderlich. Gemeinsam suchte die Feuerwehr, das Kraftwerk und die Gemeinde nach neuen Unterkunftsmöglichkeiten für die Kameradinnen und Kameraden sowie für die inzwischen umfangreiche Technik und Fahrzeuge. Es wurde gemeinsam entschieden, dass ein Teil der ehemaligen Fernwärmemontagehalle im Kraftwerksgelände als Depot um- und ausgebaut werden soll. Am 13. Dezember 1997 übernahmen die Kameradinnen und Kameraden die neue Einrichtung. In vielen freiwilligen Stunden auch durch die Mitglieder der Wehr waren über 1000 qm als großzügige Feuerwehrunterkunft mit Schulungs- und Sanitärräumen hergerichtet worden.



Vom 27. - 28. März 1998 feuerte die Freiwillige Feuerwehr ihr 85 jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass fand ein großes Volksfest am Feuerwehrdepot statt und viele Gastfeuerwehren gestalteten einen prächtigen Umzug von Feuerwehrfahrzeugen durch den Ort. Aus Anlass dieses Jubiläums konnte die Wehr ein neues Fahrzeug in Besitz nehmen. Ein nagelneuer RW 1 (Rüstwagen) Mercedes wurde vom Bürgermeister zum Einsatz vor allem bei technischer Hilfeleistung übergeben.